IPAktuell „Philosophie und Management“

Seit einiger Zeit bin ich Gasthörer an der Uni Mainz (der Professor sprach mich als „Seniorstudent” an - andere merken jetzt auch,
dass ich demnächst 60 werde).
Ich besuche verschiedene Vorlesungen, unter anderen nehme ich
an einem Oberseminar „Philosophie und Management” teil.
Dort werden die Zusammenhänge zwischen Philosophie und Management untersucht.
Zum wiederholten Male stiess ich hier auf das Buch
„Führen - Leisten - Leben” von Prof. Dr. Fredmund Malik,
der zu den führenden Managementdenkern Europas gehört
und als Berater und Managementlehrer aktiv ist.
Ich fand in dem genannten Buch zum Thema „Stärken nutzen”
(S. 122-127) einige Aussagen, die sicherlich dem einen oder anderen aus unserer Zusammenarbeit im beruflichen oder privaten Kontext bekannt sind. Hier meine erste Zusammenfassung
des Textes mit Ergänzungen aus Sicht der IndividualPsychologie :

Aufgrund einer tendenziösen Wahrnehmung, von der ein Kind (unverstanden) Gebrauch macht, nimmt der Mensch in der Regel auch heute noch das wahr, was früher wichtig war - oft das,
was er falsch gemacht hat. Das Negative also stand im Fokus,
und nicht das, was das Kind gerne und gut machte. In der Schule wurde es darauf getrimmt, Defizite zu beseitigen (was oft auch sinnvoll und notwendig war). Heute versucht der Erwachsene also immer noch, eigene Schwächen zu beseitigen. Dazu setzt er oft alle seine Kräfte ein, um diese Mängel zu überwinden. Nur ist es unglaublich schwieriger (in der Regel auch erfolglos), sich mit Schwächen, Defiziten und Mängeln zu beschäftigen anstatt sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, um damit erfolgreich zu sein. Der Mensch hat versäumt, auf seine Stärken zu achten, diese fallen nicht „ins Gewicht”. Dinge, die einem leicht von der Hand gehen, vergisst man, sind „nicht der Rede wert”. Daher gehen die Stärken unter.

„Die Unmenschlichkeit [in Unternehmen] beginnt schon damit, von Menschen überhaupt die Beseitigung ihrer Schwächen zu verlangen. Das alleine erfordert fast immer enorme - und gelegentlich übermenschliche - Anstrengung. Das wäre an sich noch nicht das entscheidende Problem, denn man könnte ja hoffen, dass der Aufwand durch die damit erzielten Ergebnisse zu rechtfertigen sei. Diese Hoffnung erweist sich meistens als falsch. Keine Schwächen als Folge ihrer Ausmerzung zu haben ist etwas gänzlich anderes, als Stärken zu besitzen. Die Beseitigung einer Schwäche bedeutet nicht, dass damit automatisch eine Stärke entsteht, obwohl viele das anzunehmen scheinen, sondern es führt eben nur zum Fehlen der Schwäche.” 

Malik F. Führen - Leisten - Leben, Frankfurt/M., 2006, S.126

Mehr darüber im nächsten IPAktuell.

Eine sonnige Zeit
wünscht
Holger
IPA Suisse Coaching GmbH
mit Sitz in Baden / Aargau CH
Handelsregistergericht Aarau
CH-400.4.025.611-1
Geschäftsführender Gesellschafter:
Holger Przybyla
CH (078) 707 37 00
D (0172) 655 37 00